Live Streaming im B2B

Live Streaming im B2B

Online Meetings und virtuelle Showrooms sind ein großer Trend in den letzten Monaten. Durch die vielen Einschränkungen ist es schwierig geworden, mit seinen Kunden zu kommunizieren oder auch innerhalb von Abteilungen die Kommunikation aufrecht zu erhalten, wenn die meisten aus dem Home Office arbeiten. Egal ob im B2B oder B2C Bereich, viele Unternehmen müssen sich an die neuen Situationen anpassen und neue Wege finden, alte Prozesse neu zu denken.

Dabei liegen viele Lösungen direkt vor einem und sind im Privatleben allgegenwärtig. Seit mehreren Jahren kommt man um das Live Streaming nicht mehr herum. Egal ob bei Facebook, Instagram, YouTube oder auch den Klassenneuling TikTok – alle bieten Möglichkeiten zum Live Stream an. Die Konsumenten haben sich an die Streams gewöhnt, akzeptieren und mögen diese, da sie doch für Unterhaltung und Information stehen und einem auch echte Interaktion ermöglichen.

Einige Unternehmen haben bereits angefangen, diese Technologie für Marketing, Customer Service und generell PR zu nutzen und berichten sehr positiv davon. 73% der B2B Unternehmen sprechen von einer positiven Auswirkung auf den ROI, nachdem sie sich für Live Streams entschieden haben, laut der Video Marketing Studie von Insivia.

Wer neue Technologien aus der Unterhaltungsindustrie nutzen möchte, muss nicht befürchten, dass seine gesamte Marke der Gamifizierung zum Opfer fallen wird. Ein Live Stream wird in erster Linie direkt mit einem informellen Umgangston verbunden, jedoch muss sich die Kommunikation nicht der Methode anpassen, sondern die Methode passt sich der Kommunikation an. Apple streamt seit Jahren seine Events und Neuvorstellungen auf der eigenen Homepage und auch Tesla, Sony oder Microsoft übertragen die Enthüllung neuer Produkte fast natürlich im Internet.

Bei diesen Unternehmen bemerkt man auch bereits, dass sie die Methode und Technik des Live Streams als Katalysator für die Kommunikation zwischen dem Unternehmen und einer Vielzahl an Kunden benutzen.

 

Wofür kann ich einen Live Stream in meinem Unternehmen nutzen?

Die Möglichkeiten den Stream zu nutzen sind vielfältig und der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Bei einem Stream geht es immer um Kommunikation. Informationen sollen fließen – in beiden Richtungen. So kann man zum Beispiel den Stream zwar nutzen, um Projekt oder Produkt Updates an die Öffentlichkeit zu verteilen, allerdings kann der Stream auch genutzt werden, um simultan Feedback von den potentiellen Kunden zu sammeln.

Streams leben davon, dass die Kommunikation in beide Richtungen gehen kann. Einer dieser Momente, der bereits in die Geschichte des Internets eingegangen ist, ist die Rede von Keanu Reeves bei der E3 2019. Keanu Reeves sprach über ein Computerspiel und erklärte, dass die grafischen Möglichkeiten in dem Spiel atemberaubend sein werden. Keanu hat in seiner Rede nur eine kleine Pause eingebaut und wollte zum nächsten Satz ansetzen, während das gesamte Publikum im Saal gebannt auf den charismatischen Schauspieler schaute. Diesen Moment nutzte ein anwesender Fan aus, um zu Keanu Reeves hochzuschreien „Du bist atemberaubend!“ (You are breathtaking!). Keanu spiegelte sofort das Kompliment nach einem geschmeichelten Lächeln und diese ehrliche Reaktion des Schauspielers löste in der Halle einen schieren Sturm der Begeisterung aus.

Diese Situation, nicht mal 20 Sekunden lang, zeigte was die Kommunikation wirklich kann. Innerhalb weniger Minuten hat sich ein Meme entwickelt und über alle Foren, Boards und Social Media Kanäle rasend schnell verbreitet. Wochenlang wurde nur über diese Präsentation geredet und das nur, weil die Möglichkeit der beidseitigen Kommunikation gegeben war. Wenn es eine Aufzeichnung gewesen wäre oder nicht der breiten Masse im Internet zugänglich wäre, hätte sich dieser kurze Moment nicht so stark ausbreiten können.

Das Unternehmen, in diesem Fall CD Project Red, hat hier einen Influencer aus der Branche für die Moderation des Streams genutzt. Man hat hier ausdrücklich auf die Pop-Kultur gesetzt, da deren Videospiel „Cyberpunk 2077“ bereits seit Jahren angekündigt ist und einen massenhaften Hype ausgelöst hat, ohne wirklich verfügbar zu sein.

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Streams als VOD wiederverwerten

Daten erneut benutzen ist keine Neuerung, erst recht nicht im Bereich Video oder Marketing. In der klassischen Fernsehlandschaft werden Best-Ofs produziert und Wiederholungen laufen den Tag über, wenn die Einschaltquoten nicht die Besten sind. Doch auch seine Streams kann man zur Zweitnutzung aufbereiten. Sämtliche Streams kann man in der Post Production nochmal schneiden, Zusatzinformationen einblenden lassen und als Video on Demand (VOD) auf dem YouTube Kanal des Unternehmens bereitstellen.

Dies ist besonders interessant, wenn man den Stream für Webinare, Tutorials oder Q&A’s nutzen möchte. Schulungen im Software Bereich für ein Unternehmen, dass die neue Software weltweit einsetzen möchte, kann langwierig und kostenintensiv sein. Eine Schulung, die per Live Stream an sämtliche Standorte übertragen wird, hat dabei den Vorteil, dass der Kursleiter für alle Teilnehmer weltweit ansprechbar ist. Diese Schulung kann anschließend im Intranet zur Verfügung gestellt werden, damit zukünftige Angestellte die gleichen Zugangsvoraussetzungen haben, ohne dass der Softwarehersteller eine neue Schulung erteilen muss.

Egal in welchem Bereich man die Live Streams nutzen möchte, ob intern zu Schulungszwecken oder extern zu Marketingzwecken – die Kommunikation und damit der Kundenservice können dadurch erheblich verbessert werden. Mitarbeiterzufriedenheit, Qualität oder auch ganz simpel der Wiedererkennungswert der Marke kann massiv gesteigert werden.