Wie erstellt man einen modernen Online Shop?

Wie erstellt man einen modernen Online Shop?

Lange war es still um sie. Anfang der 2000er kam mit eBay & Amazon Bewegung ins Spiel rund um den Einkauf im Internet. Als sich stabile und schnelle Leitungen etablierten und mehr Leute Zugang zu den Angeboten im Internet, sind die verschiedenen Anbieter stark gewachsen.

 

Was bisher geschah…

Die Geschichte der Online Shops ist noch recht jung, aber man musste sich bereits mehrfach neu erfinden. Den eigentlichen Anfang machte eBay, Anfang der 2000er. Es war alles etwas unseriös und man wusste nie, ob man die bestellte Ware wirklich erhalten würde oder ob nur Steine im Paket waren. Erste Online Shops der Unternehmen tauchten auch auf und machten meistens einen sehr biederen Eindruck. Es wurde viel mit Grau, klaren Kanten und scharfen Ecken gearbeitet. Die Designs erinnerten stark an Windows 95 oder 98, denn die eigentliche Innovation war es, von zu Hause aus zu shoppen.

Im Laufe der Jahre kam Amazon als einer der größten Shops dazu. Bei Amazon stand die Customer Journey klar im Fokus und man hat sich darauf fokussiert, den Einkauf so schnell und komfortabel wie möglich zu gestalten. Mit dem „One-Click-Buy“ wurde es möglich, innerhalb von wenigen Augenblicken eine Bestellung zu senden, ohne erneut Adresse oder Bezahlmethoden ausfüllen zu müssen.

Aber auch kleine Unternehmen haben Ihre Shops im Laufe der Zeit überarbeitet und stark auf Design, UX & UI gesetzt. Neben dem eigentlichen Angebot Informationen über das Unternehmen zu liefern, haben Unternehmen den Vorteil entdeckt, eine weltweit verfügbare Filiale mit wenigen Kosten zu erstellen.

 

Ein Ausblick in die nächsten Jahre

In den letzten Jahren kam ein neuer Umbruch. Viele neue Anbieter für Shopsoftware kamen dazu und machten es möglich, dass jeder einen Shop aufsetzen kann. Dies brachte Dropshipping auf den Plan. Das Konzept dahinter ist recht einfach. Der Shop Betreiber kümmert sich um die Vermarktung der Produkte und diese werden vom Hersteller direkt an den Endkunden versandt. Der Shop Betreiber braucht so kein teures Lager mieten oder einen aktiven Warenbestand zu führen. Am eindrucksvollsten hat dies Wayfair umgesetzt. Das Online Möbelhaus bezieht die Produkte direkt von verschiedenen Möbelmanufakturen und lässt diese an seine Kunden ausliefern. Es ist eine klassische Win-Win Situation; die Manufaktur hat mehr Absatz, ohne mehr in den Vertrieb zu investieren und Wayfair hat hochwertige Produkte für den eigenen Online Shop.

Allerdings gab es hier auch die andere Seite der Medaille. Da jeder einen Shop aufsetzen kann und mit etwas Geschick diesen auch gut vermarkten kann, wurde das Internet schnell mit minderwertigen Produkten überflutet. Auf AliBaba konnte man Kontakt zu Produzenten von Produkten jeder Art herstellen, die man dann im eigenen Shop vertreiben konnte. Die Kosten hielten sich dabei in Grenzen und so war es quasi jedem möglich ein eigenes Geschäft hochzuziehen.

Egal ob man sein Geschäft um einen Online Shop herum aufbauen will oder den Shop nutzen möchte, um einen neuen Vertriebsweg zu finden, es gibt viele Wege und Möglichkeiten das zu realisieren. Die Anzahl der Anbieter wächst beinahe täglich und dort den Überblick zu bewahren, kann schwierig werden.

 

Die Website Builder

Es gibt viele Tools mit denen man sich schnell und einfach eine Website selber zusammen stellen kann. Einige bieten dazu auch an, dass man sich damit einen Shop erstellen kann.

 

Weebly

Einfach und schnell eine Webseite erstellen war die ursprüngliche Idee bei weebly. Mittlerweile kann man damit auch Shops erstellen, Google AdWords verbinden und sein E-Mail-Marketing aufsetzen. Die Oberfläche ist sehr einfach und man kann Elemente oder ganze Templates einfach verwenden und den eigenen Bedürfnissen anpassen. Mit 10€ pro Monat ist dies eine der günstigsten Lösungen unter den Website Buildern.

 

Wix

Der Platzhirsch in dieser Kategorie. Eine Website mit Wix erstellen ist sehr einfach und auch der Shop steht dem in nichts nach. Mit Google Analytics kann man seine Seite und Verkäufe optimieren. Bei den weiteren Funktionen die Wix anbietet, merkt man, wo die Stärke eigentlich liegt: Content. Egal ob ein Widget für Musik oder Video, Schnittstellen zu Social Media oder einem ausgereiften Blog Tool, Wix ist ausgelegt für Content jeder Art. Die Shop Option gerät dabei etwas ins Abseits, bringt aber sehr viele nützliche Erweiterungen und unterstützt den Creator sehr einfach seine Produkte zu vertreiben. Die Abonnements bei Wix beginnen dabei bei 17€ pro Monat und liegen im oberen Mittelfeld der Shop Angebote.

 

Jimdo

Der Anbieter macht vieles richtig, wenn es darum geht Webseiten zu erstellen. Templates zu einzelnen Abschnitten und ganzen Seiten machen einen sehr guten Eindruck und wirken immer elegant und aufgeräumt. Doch der Shop Bereich bietet leider kaum die Vielfalt, welche die Konkurrenz anbietet. Google AdWords, Analytics oder G Suite Integration sind nicht zu finden und auch eine Integration zum E-Mail-Marketing fehlt. Dafür bietet man automatisch erstellte Rechtstexte, Brancheneinträge und eine Designanalyse an. Man merkt, dass dieser Anbieter seinen Sitz in Deutschland hat und auf die Sorgen und Bedürfnisse der deutschen Kunden eingehen will. Das Basis Modell für einen Shop ist hier für 15€ pro Monat verfügbar.

 

Squarespace

Der Newcomer fällt auf durch starkes Influencer Marketing. Für Webseiten bietet Squarespace viele verschiedene Templates, die einen sehr eleganten Eindruck vermitteln. Erstellen der Seiten ist einfach und bei dem Angebot im Bereich E-Commerce bietet man eine Vielzahl an zusätzlichen Services und Schnittstellen zu Social Media an. Mit 17€ pro Monat ist das Abonnement für den Service wieder im oberen Mittelfeld angesiedelt, bietet aber auch viele Leistungen dafür an.

 

Der Shop Builder

Shopify legt den Fokus direkt auf den Online Shop und die Webseite wird darum gebaut. Der Anbieter bietet eine direkte Verbindung zu Google und Facebook, um Anzeigen zu schalten und viele Analyse Tools. Im eigenen App Shop kann man sich Erweiterungen für seine Seite suchen und damit direkt E-Mail Kampagnen oder Werbeanzeigen erstellen. Die Webseite an sich basiert auf modernen Templates, die sich leicht erstellen lassen. Diese Vielfalt an Unterstützung kostet pro Monat 29$, bringt aber auch sehr viel Infomaterial und Hilfestellung mit sich.

 

Der Klassiker

WordPress in Verbindung mit WooCommerce ist eindeutig der Klassiker. Mehr als ein Drittel aller Webseiten im Internet laufen auf WordPress und der Trend steigt stetig weiter. Der Grund ist die hohe Individualität und der günstige Unterhalt. WordPress und WooCommerce sind Open Source, also können in der Basis Version umsonst genutzt werden. Man braucht lediglich einen Server mieten und eine Domain, was momentan bereits ab 1€ pro Monat erhältlich ist.

Dabei gibt es unzählige Add-On’s, mit denen man seinen Online Shop ausstatten kann. Von Google Analytics über CRM Systeme bis hin zur Marketing Kampagne lässt sich alles über die Basis von WordPress integrieren. Wer will, kann bei WordPress alles bis ins letzte Detail anpassen und das Design komplett individualisieren.

 

Fazit

Eine Entscheidung fällt hier recht schwer, denn jeder Anbieter hat seine Vorteile. Für die Website Builder spricht die einfache Handhabung mit der Integration der E-Commerce Möglichkeiten. Es ist einfach aufzusetzen und eine gute Möglichkeit für Unternehmen, die sich mehr auf den Content & die Produkte konzentrieren wollen, als auf ein individuelles Design. Die Templates der Seiten sehen direkt aus der Packung schon sehr gut aus, sind modern und technisch auf dem neuesten Stand. Allerdings kann das monatliche Abonnement hier teuer werden, wenn man zusätzliche Plug-Ins nutzen möchte.

Shopify bietet wohl das beste Shopsystem, dass man direkt out-of-the-box nutzen kann. Darunter leidet der Webauftritt an sich ein wenig. Natürlich kann man hier auch Content produzieren oder den Shop einfach als Sub-Domain anlegen, um mit einer anderen Lösung eine Seite online zu stellen. Das ausgefeilte System bietet alles was man benötigt, um in kürzester Zeit seine Produkte online zu vertreiben. Wer bereits eine Seite hat, kann mit dem Angebot schnell und einfach sein Angebot erweitern, muss aber auch mit einer hohen Gebühr rechnen.

WooCommerce bietet die meisten Möglichkeiten, aber man muss Zeit investieren, um diese auch zu verstehen und auf die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Wer allerdings einen klaren Plan hat, kann sich damit klar von der Masse absetzen und seinen individuellen Weg gehen.